Kategorien: Scheibes Kolumne | Datum: 10.05.2012
iPhone 5 im Herbst, neuer iMac, verbesserter MacBook Pro, erstmals Apple iTV
In der Gerüchteküche brodelt es wieder. Apple soll dieses Jahr noch so einige digitale iKaninchen aus dem Hut ziehen. Vom iPhone 5 über einen neuen iMac bis hin zum Apple-Fernseher wird zurzeit so einiges in den Blogs diskutiert. Was angedacht ist, was möglich ist und was wir uns wünschen – wir fassen einmal zusammen.

Zunächst einmal: Das iPhone 4S hat viele Apple-Freunde enttäuscht, weil es das kantige Design nicht verändert hat. Aber Siri als sprechende Assistentin, die wirklich grundlegend verbesserte Kamera und der schnellere Prozessor machen sich trotz aller Unkenrufe deutlich positiv im Alltag bemerkbar. Das iPhone 4S ist ein tolles Smartphone und ein echter Gewinn vor allem für die, die das iPhone 4 ausgelassen haben und vom 3GS nun erstmals auf Retina wechseln.
Aber trotzdem bleibt der Blick der User aufs iPhone 5 fixiert – das hoffentlich nicht “das neue iPhone” heißen wird. Die Gerüchteküche kocht und die weisen Experten gehen davon aus, dass es im September oder im Oktober so weit sein soll. Eine Veröffentlichung nach den Sommerferien wäre gut gewählt, denn dann würden sich die aktuellen iPhone-4S-Käufer nicht geprellt vorkommen, dass fast unmittelbar nach dem Release des 4S auch schon das Fünfer kommt. Das iPhone 5 soll ein größeres Display aufweisen. Statt 3,5 Zoll kommen nun vielleicht 4 oder 4,5 Zoll Nutzungsfläche in Frage. Das wird die Anwender freuen, aber die App-Entwickler ärgern. Denn dann müssten sie schon wieder eine neue Bildschirmauflösung in ihren Apps berücksichtigen.
Die Gerüchte besagen auch, dass es beim iPhone 5 eine neue Form gibt und dass das ganze Gerät aus Metall gefertigt ist. Das bedeutet: Tschüssikowski, Glas-Rückseite! Das von Apple wohl präferierte Liquid Metal, das besonders leicht sein soll, dürfte Ende des Jahres aber noch nicht zur Markttauglichkeit gereift sein. Ob das iPhone 5 bereits den kleineren Dock-Connector mitbringen wird, von dem immer wieder gesprochen wird, bleibt auch abzuwarten. Für ein Kribbeln bei den Fanboys sorgt die Meldung, dass die Produktion des iPhone 5 bereits begonnen haben soll. Wie immer heißt es bei der Vorberichterstattung aber: soll, hätte, könnte. Apple selbst verrät nichts und bis zum Veröffentlichungstermin ist demnach alles nur reine Kaffeesatzleserei.
Bei den Mac-Notebooks soll sich in diesem Jahr auch noch etwas tun. Hier gehen die Experten davon aus, dass die beiden Reihen MacBook Pro und MacBook Air miteinander verschmelzen. Die Folge sind besonders schmale und dennoch sehr leistungsstarke Notebooks, die auf ein CD-Laufwerk verzichten könnten. Die Rede ist von einem Retina-Display auch bei diesen Geräten, was die eh schon hohe Auflösung noch einmal deutlich nach oben schrauben würde. Fraglich ist, ob Retina bei den Notebooks wirklich praktikabel ist. Das würde die Akkus über Gebühr fordern, sodass die Betriebsdauer der MacBooks sinkt. Oder man müsste die Akkus vergrößern, was sich wieder mit der kompakten Baugröße beißt.
Fast als sicher gilt, dass die neuen Notebooks im Inneren einen Ivy Bridge statt einem Sandy Bridge Prozessor aufweisen. Vier schnelle Kerne für ein mobiles Halleluja! Für Unruhe sorgt die unbestätigte Meldung, dass das MacBook Pro mit 17 Zoll Bildschirm beim nächsten Geräte-Update nicht mehr mit dabei sein soll. Zu wenige Anwender sollen es in der Vergangenheit bestellt haben. Das würde die Business-Fraktion sicherlich schockieren. Als Unfug darf wohl die Meldung eingestuft werden, dass die neuen Notebooks einen Touch-Bildschirm aufweisen.
Auch der iMac als Standalone-Rechner kann 2012 ein neues Modell vertragen. Da die aktuellen 21,5- und 27-Zoll-Geräte bei allen Anwendern bestens ankommen und zunehmend als Windows-PC-Alternative gehandelt werden, wird am Design einer neuen Linie sicherlich nicht allzu viel geändert werden. Die Rede ist zurzeit von einem deutlich schmaleren Gerät, einem Retina-Display mit mehr Auflösung, einem entspiegelten Bildschirm und natürlich deutlich mehr – Power.
Bleibt als umstrittenes Spekulationsobjekt noch der Apple-Fernseher – iTV. Apple selbst hat sich zu dem Thema noch nie geäußert, es könnte also alles nur eine große Wunschblase der Anwender sein. Aber – es macht einfach so unglaublich viel Sinn. Ein iTV-Fernseher im Design des iMac mit noch mehr Bildschirmfläche würde sich unheimlich gut im Wohnzimmer machen. Siri würde dann Programmwünsche per Sprachkommando entgegennehmen, Apple TV wäre gleich integriert, um Dateien vom iMac abzurufen, und ansonsten wäre es natürlich ein Muss, dass alle wichtigen Apps vom Terminkalender bis “Angry Birds” auch auf dem Fernseher laufen. Bei einem fairen Preis, Stopp, Korrektur, bei jedem Preis würden genug Apple-Fans auf der ganzen Welt zuschlagen, um den herkömmlichen TV-Anbietern das Fürchten zu lehren. (Carsten Scheibe)


