Kategorien: Alle anzeigen, iPad: Information, iPhone: Information | Datum: 11.09.2011
Wilde Beeren & Kräuter HD 1.0.1: Bestimmungsbuch für Spaziergänge
Die Universal-App “Wilde Beeren & Kräuter” richtet sich an echte Naturfreunde, die gerne wissen möchten, was da auf Wald und Flur so alles wächst – und ob man es essen kann oder nicht. Die App stellt auf besonders hochwertige Weise Beeren, Früchte und Kräuter vor – und zeigt auf, ob sie giftig sind oder nicht.

Ich bin Biologe und aus diesem Grund an Apps besonders interessiert, die sich mit unserer Natur beschäftigen. Als Zoologe ist die Botanik für mich freilich immer die “Lehre vom Tierfutter” geblieben. Aber wenn man Pflanzen essen kann, erwecken sie auch immer wieder mein besonderes Interesse. Schade finde ich vor allem, dass so viel Wissen um die Natur über die Generationen einfach verloren gegangen ist. Ich habe als Kind noch in Maulbeerbäumen gehangen, mit meinem Opa Schlehen gesammelt und Holunderbeeren gepflückt. Heute können die meisten Kids und ihre Eltern nicht einmal mehr giftige Beeren von essbaren unterscheiden.
Aber es wird ja für Abhilfe gesorgt. In der Reihe NATURE MOBILE erscheinen regelmäßig extrem hochwertig gestaltete Apps, die sich als mobiles Bestimmungsbuch für Naturfreunde anbieten. Die Universal-App “Wilde Beeren & Kräuter” ist eine der umfangreichsten Apps aus diesem Bereich.
Die App stellt einen Artenführer, der 186 Pflanzenarten vorstellt. Im Auswahlmenü werden die Namen der Beeren und Kräuter in alphabetischer Reihenfolge gelistet. Hier findet man die Alpen-Bärentraube ebenso wie die Gewöhnliche Brombeere oder die Duftende Süßdolde. Bereits in der Übersicht ist ein erstes Foto zu sehen. Außerdem zeigen grüne und rote Symbole an, ob die einzelnen Arten essbar sind oder nicht. Dank der ABC-Leiste lassen sich einzelne Pflanzen gezielt ansteuern.
Sobald ein Datenblatt aufgerufen und geöffnet wird, überrascht die App mit einem wahren Fotoreigen passend zu jeder Pflanze. Manchmal werden zehn Bilder und mehr angereicht, durch die man mit einem Fingerwischen wechseln kann. Das hilft bei der Bestimmung ungemein, da man eine Pflanze nun aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und sie etwa mal mit der Blüte und dann mit der fertig ausgebildeten Frucht sehen kann. Wer möchte, kann der Redaktion sogar eigene Bilder übersenden, sodass die Fotokollektion sogar mit zukünftigen Updates noch wachsen wird.
Die App nennt nun weitere Namen, unter denen eine Pflanze bekannt sein kann, listet Übersetzungen für verschiedene Sprachen und zeigt die Essbarkeit, die Blütezeit, die Erntezeit, die Wuchsform, die Fruchtart und die Blattform auf. Unter “Merkmale” erfolgt eine ausführliche Beschreibung, anschließend geht es um das “Vorkommen”. Die App verät auch, wie sich die einzelnen Kräuter und Früchte verwenden lassen und sammelt “Wissenswertes”. Das ist sehr interessant, weil die hier versammelten Informationen weit über das hinausgehen, was ansonsten in gedruckten Bestimmungsbüchern zu lesen ist. Hinzu kommt ein Verweis auf die Wikipedia – hier kann man dann noch eigene Recherchen anstellen. Gut finde ich, dass bei essbaren Pflanzen immer wieder auf Gefahren der Verwechslung mit ähnlichen, aber giftigen Pflanzen hingewiesen wird. Das ist wichtig, weil viele Laien ansonsten mit zu viel Gottvertrauen alles in den Mund stecken, was sie in der Natur finden und meinen, mit der App bestimmt zu haben.

Gut ist auch, dass die App passend zu vielen essbaren Kräutern und Beeren gleich ein Rezept anbieten. So kann man nach der Ernte im Park oder im Wald gleich den Kochlöffel schwingen und das Gesammelte verarbeiten.
“Wilde Beeren & Kräuter” übernimmt einzelne Pflanzen-Datenblätter in die internen Favoriten, sodass sie sich schnell wiederfinden lassen. Man kann sich auch die “kürzlich” angesehenen Datenblätter noch einmal neu auf den Bildschirm holen oder gezielt nach Rezepten suchen.
Eine der stärksten Funktionen der App ist der Filter. Er erlaubt es, direkt vor Ort im Wald eine Pflanze nach dem Aussehen, der Frucht, der Wuchsform oder der Blattart zu bestimmen. Nervig ist bei dieser Bestimmungsart, dass man sich immer wieder von neuem durch die Menüs hangeln muss, um am Ende ausreichend Vorgaben gesammelt zu haben, um eine sinnvolle Reduzierung des Artenfundes herbeizuführen. Lieber wäre mir hier ein klassisches Ausschlussverfahren im Fragenprinzip. Etwa: “Hat die Pflanze Nadeln oder Blätter?” So oder so sind diese Bestimmungsmethoden dem Buchbereich entlehnt. Von einer mobilen App erwarte ich mir aber inzwischen, dass sie ein rasch geschossenes Foto selbst interpretiert und mir ohne lange Eingaben sofort sagt, welche Pflanze ich da gerade vor mir habe. Ich denke, die App-Schmiede, der eine solche Fotoerkennung als erste gelingt, wird im Bestimmungsbereich die Nase auf Jahre vorn haben.
Fazit: “Wilde Beeren & Kräuter” ist eine wunderschöne App mit einem Wissensgebiet, das nicht mehr viele Familien auf dem Radar haben. Es macht viel Spaß, sich durch die Datenblätter zu arbeiten und die vielen Fotos zu sichten. Ausgestattet mit diesem Vorwissen wird der nächste Ausflug in die Natur bestimmt ganz besonders spannend.
Wer möchte, kann übrigens auch noch ein Quiz bestreiten. Möglich ist es auch, eine Fotoschau via TV-Out auf den Fernseher zu holen. (Carsten Scheibe)
Wilde Beeren & Kräuter HD 1.0.1
Anbieter: Alphablind
Größe: 402 MB
Preis: 6,99 Euro
Sprache: Deutsch
Link zur Homepage
Link zum AppStore


