Das Typemania-Netzwerk
Pressebüro TypemaniaFalkensee aktuell
Alle meine Apps
Besucher
- heute: 760
- aktueller Monat: 5.515
- aktuelles Jahr: 31.050
- letztes Jahr: 271.144





kostenlose counter

Kategorien: Alle anzeigen, iPhone: Freizeit, iPhone: Information | Datum: 28.08.2011

Nature Lexicon: Pilzführer 1.5: 50 neue Pilzarten im Bestimmungsteil

Was wächst denn da im Wald? Im Herbst ziehen viele Menschen mit Körbchen in der Hand los und suchen nach Steinpilzen, Maronen und Champignons. Ab sofort hilft der Pilzführer dabei, sich im Wald besser zu orientieren. 200 verschiedene Pilze werden genau vorgestellt.

Es gibt für alles eine App. Das freut auch die Pilzsammler, die im Wald ab sofort auf kompetente Hilfe zählen dürfen. Der Pilzführer von der InnoMoS GmbH stellt insgesamt 200 einheimische Pilze vor. Dabei setzt die App auf eine “Schnellbestimmung”. Wer sich für diesen Menüpunkt entscheidet, wählt zunächst die Kategorie aus, in die der gerade gefundene Pilz passt. Handelt es sich hier etwa um einen klassischen Pilz mit Hut und Stiel, um einen Porling, um einen Bovist, eine Morchel oder um einen Becherling? Klar: Bei den meisten essbaren Pilzen aus unseren Wäldern handelt es sich um Pilze mit Hut und Stiel. Immerhin legt die App auch das Hauptaugenmerk auf diese Pilzgattung: 118 von 200 Pilzen entfallen auf diese Kategorie. Hier finden sich dann Pilze mit Stacheln, mit Leisten, mit Lamellen und mit Röhren (Schwamm).

Natürlich fällt der erste Blick auf die Röhrenpilze, denn hier finden sich die meisten genießbaren Leckerpilze, die sich in der Pfanne oder der Suppe gut machen. Die Schnellbestimmung fordert nun vom Anwender noch einmal eine knifflige Entscheidung. Hat der Schwammpilz in seiner Hand gelbliche Röhren, auffällig rötliche Röhrenmündungen, deutlich flockige oder netzartige Stielmuster, zeigt er eine schnelle Blaufärbung im Anschnitt oder weist er einen deutlich erkennbaren Ring am Stiel auf? Nach dieser letzten Frage werden bereits die einzelnen Pilze vorgestellt. Erfahrene Pilzsammler werden zufrieden sein: Hier findet sich der Steinpilz ebenso wie die Marone, der Birkenpilz, der Butterpilz und die Ziegenlippe.

iphoneapps077pilz2klein

Passend zu jedem Pilz gibt es eine sehr ausführliche Infoseite. Sie beginnt mit einem plakativen Foto des Pilzes. Anschließend zeigt das Programm eine Kurzinfo zum Pilz und beschreibt ganz genau das Aussehen von Hut, Poren, Röhren, Stiel und Fleisch. Die App weist auch auf ähnliche Pilze hin, mit denen eine Verwechslungsgefahr besteht. Auch nennt das Programm den Speisewert und weist auf das Vorkommen hin – also wo und zu welcher Jahreszeit der Pilz gefunden werden kann. Richtig gut: Passend zu jedem einzelnen Pilz gibt es ein sehr umfangreiches Fotoalbum mit sehr schönen Bildern vom Pilzprofi Frank Moser, der auch die Texte beigesteuert hat. Hier kann man sich im Vollbildmodus durchklicken und bekommt so einen sehr guten Eindruck davon, wie unterschiedlich ein und derselbe Pilz aussehen kann. Das sensibilisiert, hilft aber auch sehr gut bei der Bestimmung.

Ebenfalls eine superbe Idee: Findet der Anwender im Wald z.B. Steinpilze oder Maronen, so reicht ab sofort ein Fingerdruck aus, um den via GPS errechneten Standort fest einzuspeichern. So bewahrt der Pilzsammler seine ganz persönlichen Pilzgründe und kann sich vom iPhone jederzeit wieder an diese Orte zurückführen lassen. Das macht Spaß, denn diese Funktion kann kein gedrucktes Pilzbuch dieser Welt leisten.

Kommen wir zur Kritik: So kompetent und gut gemacht der Pilzführer auch ist, so mangelt es ihm auch an der digitalen Umsetzung. Die Schnellbestimmung ist für den Laien nicht zu meistern. Woher soll der blutige Anfänger auch wissen, ob er einen Pilz mit flockigem Stielmuster vor sich hat? Da legen sich viele Anwender die Karten – und nehmen die App nie wieder zur Hand. An dieser Stelle muss die App weniger Science-Talk bieten.

iphoneapps077pilz3klein

Bei der Übersicht der Pilze fallen die Vorschaubilder außerdem so klein aus, dass sie sich kaum erkennen lassen. Ein Deuten der Pilze ist aufgrund dieser Bilder ist völlig ausgeschlossen. Und wer schon weiß, dass ein Steinpilz ein Steinpilz ist, der braucht die App ja gar nicht mehr. Besser fällt die Vorschau in der Queransicht aus, in der die Vorschauen etwas vergrößert werden. Da das Programm nur 24 Schwammpilze kennt, hier aber so gut wie alle essbaren Pilze versammelt sind: Warum begrüßt man den Anwender nicht einfach mit einer Slideshow, die bildschirmfüllend Fotos der wichtigsten Pilze zeigt? Da braucht man nur zu warten, bis das passende Bild angezeigt wird – und schon hat man seinen Pilz bestimmt und kann die Detailansicht laden.

Auch die Detailansicht überzeugt nicht. Sie ist viel zu wissenschaftlich und nennt erst alle Familien- und Gattungsnamen, bevor es so langsam losgeht mit den wirklich relevanten Informationen. Auch dann verzettelt sich die App in extrem langen Beschreibungen von Pilz-Körperteilen, die der Laie nicht durchdringen kann – schon gar nicht bei Nieselregen im Wald stehend. Wenn ich schon ein Medium habe, in dem es auf den Platz nicht ankommt, dann würde ich zu jedem Pilz fünf plakative Detail-Fotos (mit kurzem erläuterndem Text) zeigen, anhand derer der Pilz klar bestimmt werden kann. Und passend dazu gehören Fotos, die giftige Doppelgänger gleich so vorstellen, dass eine Verwechslung völlig ausgeschlossen wird. Immerhin gibt es einen Link zur Wikipedia. Vielleicht halten die Autoren dort ja mehr Informationen parat.

Ob ein Pilz giftig ist oder essbar, das kommt nur kurz am Ende der Text-Bleiwüsten zur Sprache – und in einem grünen oder roten Balken am Anfang der Infoseite. Dabei ist das doch genau das, was den Pilzsammler interessiert. Warum also färbt man nicht die Datenblätter der essbaren Pilze hellgrün ein und die der giftigen hellrot? Das ist kein Aufwand und würde sofort Klarheit verschaffen. Erwartet hätte ich zu jedem essbaren Pilz auch ein Rezept, das aufzeigt, wie der Pilz am besten zubereitet wird.

Fazit: Wenn ich im Wald unterwegs bin und wissen möchte, was für einen Pilz da vor mir steht, dann bleibt mir keine Zeit für eine umfassende wissenschaftliche Analyse. Dann möchte ich schnell wissen, was Sache ist und ob der Pilz giftig ist oder essbar. Hier erfordert die App noch zu viel Mitdenken und ist nicht anwenderfreundlich genug. Da muss nachgebessert werden. Es reicht eben nicht, Texthappen aus einem Buch einfach nur ins iPhone zu übernehmen. Dass die Entwickler das durchaus verstanden haben, zeigen die Foto-Shows und die Möglichkeit, Fundorte in der App zu notieren.

Trotz der Kritik, die nur deswegen so intensiv ausgefallen ist, weil ich Biologe und Pilzsammler zugleich bin und deswegen gerade hier einen schärferen Blick auf die App werfe, vergeben wir 4 Punkte – weil die App Tiefe zeigt, wunderschöne Fotos präsentiert und sehr aufwändig fürs iPhone umgesetzt wurde.

Wichtig: Zum Kennenlernen der App gibt es eine kostenlose Lite-Version, die 20 Pilze enthält. (Carsten Scheibe)

Hinweis: Dieses Review wurde für die Version 1.1 geschrieben. Die Version 1.3 bietet ein neues Design, eine Verbesserung der Stabilität und Performance, eine Schnittstelle zu natur-gucker.de und vor allen Dingen neue Pilzarten und Bilder. Zugleich hat sich aber auch der Speicherplatzbedarf verdoppelt. Die Version 1.5 fügt 50 neue Pilzarten zur App hinzu.

Nature Lexicon: Pilzführer 1.5
Entwickler: InnoMoS GmbH
Größe: 283 MB
Preis: 6,99 Euro
Sprache: Deutsch
Link zur Homepage
Link zum AppStore




Vielleicht interessieren Sie diese Reviews auch

WordFoto 1.0.2: Ein Foto sagt mehr als tausend Worte!

Manchmal braucht man einfach ganz auf die Schnelle ein Foto, das richtig knallt. Etwa für eine Visitenkarte, fürs Facebook-Profil, für eine Marketingaktion oder für ein cooles Poster mit dem eigenen Porträt. Die iPhone-App WordFoto verfremdet beliebige Fotos mit einer ganz besonderen Buchstabenkunst. Das Ergebnis steht in Sekunden zur Verfügung. Und es ist ziemlich beeindruckend.

Review lesen »

IRRTUM – Alltagsmythen richtiggestellt 1.3

Das ist doch einmal eine echt verrückte App: IRRTUM präsentiert gleich ein paar Dutzend Alltagsmythen – und stellt sie kurz und präzise richtig. Wasser kocht bei 100 Grad? Pilze sind Pflanzen? Erdbeeren sind Beeren? So ein Quatsch: Es ist an der Zeit, das noch einmal zu überdenken.

Review lesen »

On this day 1.1.1: Historischer Event-Kalender

Was ist eigentlich heute vor x Jahren so alles in der Weltgeschichte passiert? Die App “On this day” weiß es ganz genau und bietet per Fingerzeig die komprimierten Informationen an. Dabei geht die App auf historische Geschehnisse, auf Geburts- und Sterbetage ein – leider aber nur in englischer Sprache.

Review lesen »



In eigener Sache: 800+ Kunden vertrauen uns ihre Pressearbeit an. Wenn Sie eine iPhone-App programmiert haben und Pressemitteilungen mit Pepp brauchen, melden Sie sich bei uns. Unser Portfolio finden Sie auf unserem Presseserver http://itpressearbeit.de.