Kategorien: Alle anzeigen, iPad: Tool, iPhone: Tool | Datum: 29.05.2011
FlipClock 1.1: Die wörtliche Uhr – Es ist viertel Sechse!
Ich weiß, es ist eine komische Marotte: Ich sammle Uhren auf dem iPhone. Ein wirklich ungewöhnliches Exemplar ist die FlipClock. Sie sorgt für eine gewisse Entschleunigung und zeigt anstelle der exakten Uhrzeit in Ziffern nur die ungefähre Zeit in Worten an. Und das auch noch im Berliner Jargon, etwa: “fünf nach halb zwölfe”.

Die FlipClock macht als Universal-App aus dem iPhone, dem iPod touch und dem iPad eine Uhr, die sich im Schlafzimmer, in der Küche oder im Wohnzimmer aufstellen lässt – und zwar bitte im Quermodus. Die App schwärzt den Bildschirm ein und präsentiert seine Inhalte in weißer Schrift. Dabei imitiert die App klassische Wecker, die die Uhrzeit aus zwei Plastiktäfelchen zusammensetzen. Wann immer diese Anzeige damals umsprang, klackerten die Plastikteile durcheinander, bis sich eine neue Zeit geformt hatte.
Die FlipClock simuliert diese klassische Darstellung perfekt von der optischen Anmutung bis hin zum Geräusch des Umspringens. Völlig neue Wege geht diese App allerdings, was die Art der Zeitdarstellung anbelangt. Hier bekommt der Anwender nämlich nicht die genaue Uhrzeit präsentiert, sondern stattdessen eine recht vage Wortbeschreibung. Dann heißt es eben nicht mehr “23:40 Uhr”, sondern “zehn nach halb zwölf”.
Das ist witzig und abgefahren und ein kleiner optischer Gag für Fremde, die das eigene Heim betreten. Die vage Wortdarstellung sorgt aber auch dafür, dass man Zeit auch selbst nicht mehr ganz so wichtig nimmt. Der Blick auf die FlipClock sorgt dafür, dass nicht sofort die nackte Panik aufkommt, wenn die Zeit mal wieder drängt. Denn es ist ja nur irgendwie “kurz nach eins”. Und das kann ja so schlimm nicht sein.

Richtig gut ist, dass sich die angezeigte Zeit von Hochdeutsch auf Berlinerisch umschalten lässt. Dann ist es eben nicht mehr “viertel nach Zehn”, sondern “viertel Elfe”. Und aus einem “viertel vor Drei” wird dann eben ein “dreiviertel Drei”. Vielleicht lernen es die Ossis und Wessis ja dann doch noch, wie die Zeit in der Hauptstadt angesagt wird. Schön wäre es natürlich, wenn in zukünftigen Versionen weitere Dialekte nachgepflegt werden.
Wer möchte, kann in der App auch einen Alarm setzen. So verwandelt sich die App in einen klassischen Wecker, der zur passenden Zeit ein ebenso klassisches Brummen ertönen lässt. Die Snooze-Funktion erlaubt es, beim viel zu frühen Wecken mit einem Fingertap noch mal zehn Minuten mehr Zeit zum Dösen vor dem Aufstehen herauszuholen.
Was mich stört: Schaltet man das iPhone aus, so ist auch die App weg. Sie muss beim nächsten Einschalten wieder neu hochgefahren werden. Dabei wird zunächst das Konfigurationsfenster geladen. Das nervt sehr. Bis ich endlich alles Störende weggeklickt habe, dauert es mir viel zu lange. Ich möchte sofort nach dem Einschalten der App die Uhrzeit sehen. Das muss sich noch ändern. (Carsten Scheibe)
FlipClock 1.1
Anbieter: Henri Hagenow
Größe: 19,7 MB
Preis: 0,79 Euro (Einführungspreis)
Sprache: Deutsch
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