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Kategorien: Alle anzeigen, iPhone: Information | Datum: 23.04.2010

BILD 1.6.1: Die ganze Zeitung als App

Die BILD kommt aufs iPhone – und das jeden Tag frisch und sogar in der 1:1-PDF-Variante. Das ist die ultimative Klatsch-Versorgung auf allen Wegen. Dass der Leser jeden Monat Geld dafür bezahlen soll, tut zwar weh, ist aber nur fair, damit sich das Angebot auch finanzieren lässt.

Immer mehr Nachrichtendienste drängen mit ihren Apps auf’s iPhone. Stern und Focus tun’s umsonst, auch Eurosport, Serienjunkies und heise.de bringen die Nachrichten zum Nulltarif ins Display der eigenen App. Die BILD gehört zu den ersten Nachrichtendiensten, die Geld verlangen. Freilich sind 79 Cents nicht die Welt. Wissen muss man aber unbedingt, dass diese Gebühr nicht nur einmal zu entrichten ist. Die BILD ist auf dem iPhone nur im Abo erhältlich und alle 30 Tage müssen weitere 1,59 Euro bezahlt werden. Die Bezahlung erfolgt direkt aus der App heraus – das funktioniert absolut problemlos.

Nun ist es so, dass die iPhone-Anwender durchaus bereit sind, Geld zu bezahlen. Nicht umsonst gehört die BILD-App zu den beliebtesten Kaufanwendungen im deutschen AppStore. Aber über die 1,59 Euro im Monat wird erbittert gemosert, gestritten und gewettert. Nun ist es bei aller Billig- und Gratiskultur so, dass der Preis von 1,59 Euro gerade einmal zwei gedruckten Ausgaben der BILD entspricht. Wer sich eh ab und zu die BILD am Kiosk holt, der kann die Geldausgabe auch aufs iPhone verlagern – und hier einen ganzen Monat lang von der Ausgabe profitieren. Guter Journalismus kostet eben Geld. Wer das nicht einsieht, kann das Angebot von Bild.de ja auch weiterhin kostenfrei im Web lesen. Und das sogar auf dem iPhone, denn den Zugang über Safari auf Bild.de hat der Verlag nicht gestrichen.

Wobei klar sein muss, dass einem echt etwas entgeht, wenn man die BILD-App nicht ausprobiert. Das ist ganz großes Kino, was einem dort technisch geboten wird. Gleich nach dem Aufruf der App zeigt der Infodienst eine fette plakative Schlagzeile mit Bild, die sich durch ein Wischen mit dem Finger gleich durch die nächste Headline austauschen lässt. So fingert man sich durch die wichtigsten News und hat sofort den Überblick, was in der BILD-Welt schon wieder alles passiert ist.

Unter diesem Schlagzeilen-Wheel zeigt die BILD-App aktuelle Kurznews, Video-Teaser, Fotos und News aus den verschiedenen Ressorts von Unterhaltung bis Sport. Ein Fingerdruck reicht an dieser Stelle aus, um den vollständigen Text auf den Schirm zu holen. So schmökert man sich wunderbar durch die aktuellen Nachrichten des Tages und liest Stück für Stück die tagesaktuelle BILD. Auch ein permanent eingeblendeter Wetterbericht für den eigenen Standort wird angezeigt.

Über ein Menü wechselt der Anwender zum bildschirmfüllenden iBILD-View, der die Schlagzeilen des Tages besonders plakativ präsentiert. Bei einem vorhandenen WLAN empfiehlt sich die Lektüre der separaten PDF-Ausgabe. Sie entspricht 1:1 der gedruckten BILD. Seite für Seite wird direkt im Display des iPhones angezeigt. Interessiert sich der Leser für einen Artikel, so kann dieser mit einem Finger-Tapp vergrößert werden. Nette Idee, die freilich nur bei einem besonders bildlastigen Medium funktioniert.

Dass Apple das genehmigt hat: Bei BILD gibt es auch das BILD-Girl zum Schütteln: Immer wenn man sein iPhone schüttelt, legt das Mädchen eine neue Lage Kleidung ab. Wir haben es getestet und die schockierende Wahrheit ist: Bevor auch nur ein einziger blanker Busen zu sehen ist, fängt die Schüttelpartie schon wieder von vorn an. Und im Winter gibt’s ne ganze Menge Kleidung, die man loswerden kann. Da musste BILD seinen Nackedei-Trieb ganz schön zügeln.

Wer möchte, kann seine BILD-Seite-1 in den Einstellungen ganz an den eigenen Bedarf anpassen und seine Zeitung auf diese Weise personalisieren. Keine Frage: Für BILD-Leser ist das eine technisch sehr aufwändig umgesetzte App, die das gedruckte Pendant völlig überflüssig macht. Wer wegen der 1,59 Euro im Monat heult, lässt die App eben links liegen und liest das Blatt, das keiner liest, eben wie gewohnt weiter im Web. (Carsten Scheibe)

Hinweis: Die Review bezieht sich auf Version 1.0. Von Dezember bis April verlangte BILD keine weiteren Gebühren. Jetzt wurde aber doch noch der Startschuss fürs Bezahlen gegeben. 4 Tarife stehen ab sofort bereit. 30 Tage BILD ohne PDF kosten 1,59 Euro, 30 Tage mit PDF 3,99 Euro. 3 Monate mit PDF sind für 7,99 Euro zu haben und das ganze Jahr mit PDF schlägt mit 29,99 Euro zu Buche. Interessant wäre das Jahres-Abo, wenn eine adaptierte iPad-Version mit größerer Ansicht mit inklusive wäre. Die Version 1.6 steigert die App-Performance.

BILD 1.6.1
Größe: 9,8 MB
Preis: 0,79 Euro + Abogebühren
Sprache: Deutsch
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