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Kategorien: Alle anzeigen, iPhone: Information | Datum: 20.02.2010

DER SPIEGEL eReader 1.0.1: Immer informiert

Auf meinem iPhone habe ich die Apps vom Stern, vom Focus, von der BILD und von der BUNTEN. Was fehlt da noch? Na klar, der Spiegel! Die Lücke auf meiner Info-Seite kann ab sofort auch geschlossen werden. Die neue Spiegel-App holt das ganze Heft ins iPhone, möchte dafür aber gleich ein paar Euro sehen. Ob sich das wohl lohnt?

Die iPhone-Apps vom Stern und vom Focus kosten kein Geld, liefern jeden Tag aber auch nur eine Auswahl handverlesener Texte aus dem Online-Auftritt. Ich finde das wunderbar, denn wenn ich zwischendurch einmal ein paar Minuten Zeit habe, dann reicht es aus, die Apps zu starten, um mich schlau zu machen. Für mehr ist meist doch keine Zeit vorhanden und so bin ich auch nicht traurig drum, nicht die gesamten Print-Ausgaben im iPhone abrufen zu können.

Der Spiegel macht es nun anders. Die App versteht sich als reiner eReader, der kostenfrei installiert wird. Der eReader gewährt zunächst nur den Zugriff auf eine kostenlose Demo-Ausgabe des Spiegels von 2009, der sich komplett am Bildschirm lesen lässt. Das ist gut so, denn auf diese Weise lässt sich noch vor einer Geldausgabe herausfinden, ob das Lesen eines kompletten Wochenmagazins am iPhone-Bildschirm überhaupt Sinn macht und ob die Lektüre dem Anwender leicht von der Hand geht.

Darüber hinaus zeigt bereits der Begrüßungsbildschirm des eReaders das Cover des jeweils aktuellen Heftes an – und zwar bereits am Samstag, lange bevor die Printausgabe zu haben ist. Wer möchte, darf auch schon vorab das komplette Inhaltsverzeichnis lesen. Diese Vorschau ist sehr sinnvoll, denn so kann ich bereits vor dem Kauf einer Ausgabe sehr genau prüfen, ob das Heft überhaupt für mich interessante Artikel enthält. Nach einer einmaligen Registrierung kann das aktuelle Hefte als In-App-Kauf erworben werden. Ein Heft kostet 3,99 Dollar, das sind umgerechnet 2,99 Euro. Die Hefte sind jeweils um die 5 MB groß und im 3G-Netz oder über das WLAN schnell geladen. Alle jemals erworbene Hefte bleiben im eReader vorrätig, sodass sich der Anwender auf diese Weise leicht ein Archiv vergangener Spiegel-Ausgaben aufbauen kann.

Die Artikel lassen sich sehr gut lesen – sie werden aus dem Inhaltsverzeichnis heraus aufgerufen. Der Text wird dabei schwarz auf weiß präsentiert, die verwendete Schriftgröße passt der Leser in den Einstellungen an. Schade ist, dass der Text eines Artikels nicht fortlaufend auf einer ewig scrollenden Seite präsentiert wird. Stattdessen muss man mit einem Fingerwisch umblättern. Das nervt mitunter. Trotzdem geht einem die Lektüre gut von der Hand. Wer denkt, dass er im Quermodus besser schmökern kann, bekommt Probleme. Dann wechselt die App nämlich in einen Galeriemodus, der nur noch die gesammelten Fotos eines Artikels präsentiert.

Ein Tapp auf die Bildschirmseite blendet sofort die Navigation ein, sodass es kein Problem ist, schnell wieder ins Inhaltsverzeichnis oder ins Menü zurückzugelangen. Sehr gut finde ich die Funktion “Zuletzt gelesen”. Sie ruft automatisch die Seite auf, die ich zuletzt im eReader angesehen habe. So kann ich mich in mehreren Etappen durch das ganze Heft lesen, denn am Ende eines Artikels blättert die App gleich zum nächsten Artikel weiter.

Bleibt die Kostenfrage: Sind 2,99 Euro für eine digitale Spiegel-Ausgabe zu viel? Nein. Als Journalist bin ich der Meinung, dass sich Journalismus wieder lohnen muss, denn sonst schreiben irgendwann nur noch unbezahlte Praktikanten die Texte. Und bei der digitalen App gibt es zwar keine Druckkosten, die Werbeeinnahmen fallen aber auch weg. Ich denke, dass sich die digitale Version richtig durchsetzen wird, sobald das iPad da ist und bessere Seiten-Layouts möglich sind.

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Für mich persönlich macht die Spiegel-Lektüre im Alltag keinen Sinn. Ich habe einfach nicht die Zeit, um mich durch ein ganzes Heft zu lesen und beschränke mich dann doch lieber auf das kostenlose Angebot auf Spiegel.de. Auf Geschäftsreisen abends im Hotel oder im Urlaub in der Bar: Das sind dann so die Chillout-Momente, wo ich die Textbrocken der Gratis-Apps schnell durchgelesen habe und mehr Lesestoff brauche. Dann ist ein gedruckter Spiegel nur schwer zu bekommen und ich werde mit Freuden das Angebot wahrnehmen, um mir für 2,99 Euro einen ganzen Spiegel ins Gerät zu holen. (Carsten Scheibe)

DER SPIEGEL eReader 1.0.1
Entwickler: SPIEGEL Verlag
Größe: 5,7 MB
Preis: Gratis-App + Heftkosten
Sprache: Deutsch
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