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Kategorien: Alle anzeigen, iPhone: Spiele | Datum: 11.02.2010

Doom II RPG 1.0: Höllenmonster auf dem Mond

Doom ist wieder da. Der altbewährte Egoshooter aus den 90igern, der es letztens sogar zu einem eigenen Kinofilm gebracht hat, liegt nun in einer Rollenspiel-Umsetzung für das iPhone vor. Keine Frage: Das 3D-Spiel ist brutal, kennt nur die totale Vernichtung und setzt mehr Adrenalin frei als eine Runde Paintball.

Doom hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Das Ballerspiel mit dem Egoshooter-Blick bringt Pazifisten, Eltern und Lehrer zum Zetern und vorrangig männliche Spieler zum Schwärmen. Die Windows-Versionen des Ballerspiels wurden lange Zeit immer wieder als Musterbeispiel dafür hervorgeholt, dass gewalttätige Spiele sozial verrohend auf die Spieler wirken sollen.

Umso erstaunlicher ist, dass Doom II RPG (laut GamersGlobal in Deutschland zuvor weder erschienen noch indiziert) eine Apple-Altersfreigabe ab 12 Jahren erhalten hat – im AppStore. Schließlich wanken auch in der iPhone-Umsetzung die Monster gleich im Dutzend durch das Bild, Organe platschen auf den Fußboden und Zombies werfen bereits aus der Entfernung mit ihren Körperteilen nach dem Spieler. Das ist krass, aber – das Spiel bietet zugleich auch eine recht einfache Retro-Grafik direkt aus den Neunzigern. So gesehen sind die Inhalte von Doom II RPG einfach nicht mehr zeitgemäß und demnach auch nicht mehr dazu angetan, den gleichen Schrecken zu verbreiten wie noch in den 90igern. Heute ist man einfach Schlimmeres gewöhnt. Punkt. Trotzdem: Einem 12-jährigen würde ich das Spiel ungern in die Finger drücken. Eine Altersfreigabe ab 16 würde ich persönlich für deutlich passender erachten. Ich bin gespannt, wann sich die USK auch um iPhone-Spiele kümmert.

Aber kommen wir zum Spiel. Wie immer in den Doom-Geschichten ist etwas mächtig schief gegangen. In der Forschungsabteilung auf dem Mond sind die Monster los. Der Spieler wird ausgeschickt, um daran etwas zu ändern. Es stehen drei verschiedene Spielfiguren zur Verfügung, aus denen der Anwender frei wählen kann. Doch wer wählt an dieser Stelle schon den weißbekittelten, schmalbrüstigen Wissenschaftler? Wir wissen doch alle, dass die zuerst draufgehen. Also doch lieber der Stiernacken-Kämpfer.

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Der Spieler steuert seine Figur zunächst durch die riesengroße Mondstation. Dabei ist es ganz einfach, im Spiel voranzukommen. Es gilt, immer alle Monster in einem Abschnitt zu zerlegen, um dann die Code-Karte für ein besonderes Tor zu finden, das den Zugang in den nächsten Abschnitt des Levels öffnet – mit neuen Monstern. Die Levels sind spannend zu spielen – und präsentieren sich vollgestopft mit Gefahren, Geheimgängen, Waffen, Powerups, Item-Kisten und jeder Menge Türen und Computer. Die 3D-Grafik ist okay. Es gibt Besseres, aber die Retro-Grafik ist stimmungsvoll, schnell geladen und irgendwie auch passend für das Doom-Franchise.

Ein echter Fauxpas ist aber die völlig antiquierte Steuerung. Der Spieler kann sich immer nur in 90-Grad-Schritten drehen und dementsprechend nur in vier Richtungen laufen. Das erschwert die freie Bewegung im Level sehr, weil man sich im Eifer des Gefechts schnell aus Versehen mit dem Gesicht zur Wand stellt, während einem die Monster bereits von hinten die Krallen in den Rücken jagen. Noch schlimmer: Sobald etwas passiert im Spiel, muss man oft erst zahllose Infobildschirme schließen, bevor man wieder aktiv ins Spielgeschehen eingreifen kann. Da hat man das Gefühl, immer wieder ausgebremst zu werden. Wenn man da an die “touchy” Steuerung der modernen Gameloft-Spiele denkt, könnte man glatt ins Schwärmen kommen. Das ist die eine Sache, die einem das Doom-Spiel glatt verleiden kann.

Umso spannender ist die Ballerei. Der Spieler fängt mit einem Sturmgewehr an, später kommen auch noch Kettensägen und andere nette Dinge aus der Mond-Waffenkammer hinzu. Am Ende sind es elf verschiedene Höllenmonster-Gattungen, gegen die der Spieler antritt. So ist es kein Wunder, dass der Weg durch die neun Maps von Doom II RPG vom Mond erst auf die Erde und dann direkt in die Hölle führt. Die Experten von ID Software sagen, dass es acht ganze Stunden dauert, bis man Doom durchgespielt hat.

Der RPG-Zusatz steht für den Rollenspiel-Charakter des Spiels. Der Spieler muss im Verlauf der Partie darauf aufpassen, dass seine Figur immer genug Health-Punkte hat, dass sie gut ausgerüstet wird und sich fortentwickeln kann. Das ist nett, denn so kann die eigene Spielfigur “wachsen”. Eine Automap, ein Speichern-Modus und drei verschiedene Schwierigkeitsmodi werten das Spiel weiter auf. Und es gibt sogar einen digitalen Comic, der sich aus der App heraus starten lässt.

Unser Tipp: Kinder – Finger weg von dem Spiel! Erwachsene Gamer: Schnell besorgen, bevor es plötzlich wieder aus dem AppStore verschwindet. (Carsten Scheibe)

Doom II RPG 1.0
Entwickler: id Software
Größe: 46,4 MB
Preis: 2,99 Euro
Sprache: Englisch
Link zur Homepage
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