Kategorien: Alle anzeigen, iPhone: Freizeit | Datum: 13.01.2010
Sleep Cycle alarm clock 2.0: Gut schlafen
Sleep Cycle ist die aktuelle “In”-App, die in Deutschland, Japan, Russland und vielen anderen Ländern auf Platz 1 der Kauf-App-Charts steht. Der Wecker überwacht den Schlaf seines Besitzers und weckt ihn genau dann sanft auf, wenn er sich gerade einmal nicht im Tiefschlaf befindet. Eine irre Idee, die nur noch von der Coolness der Ausführung getoppt wird.

Die kleine App Sleep Cycle zeigt einmal mehr auf, auf wie vielseitige Weise sich das iPhone einsetzen lässt, wenn man nur nachdenkt und ein Händchen für neue Ideen hat. Sleep Cycle ist im Grunde genommen nur ein einfacher Wecker. Das Tool nimmt einen Weckruf entgegen und sorgt dafür, dass der Anwender zu einer vorgegebenen Zeit geweckt wird. So weit, so gut.
Die App verspricht nun aber, den Schlaf des Anwenders zu überwachen, um sicherzustellen, dass der Weckruf nicht gerade in einer absoluten Tiefschlafphase erfolgt. Wenn der Schlafende die Tiefschlafphase verlässt, dann träumt er und gleitet eh bereits der Aufwachphase entgegen. Sleep Cycle nutzt genau eine solche Phase aus, um sanfte Klänge zum gänzlich Aufwecken zu verwenden. Der Hersteller verspricht, dass es Sinn macht, die Tiefschlafphase fürs Wecken komplett zu meiden: Die Anwender wären dann nämlich erholter, ausgeschlafener und geistig frischer. Tatsächlich schreiben viele Kunden im App-Store, dass das Verfahren für sie funktioniert. Viele berichten auch, dass sie nun nicht mehr mit Kopfschmerzen oder verspannten Gliedern aufwachen.
Damit das gelingt, nutzt Sleep Cycle die halbe Stunde vor der definierten Weckzeit, um nach dem optimalen Moment zum Wecken zu suchen. Das bedeutet, dass die App durchaus schon um 6 Uhr zuschlagen kann, auch wenn der Wecker erst auf 6:30 Uhr steht. Es stehen verschiedene Klangmelodien für das Aufwecken zur Verfügung: Brutale Signalhörner und Trompetenlaute sucht man hier vergeblich.
Echt cool ist das Prozedere, wie Sleep Cycle vorgeht, um den Schlaf des Anwenders zu überwachen. Das iPhone wird in Kopfnähe mit ins Bett gelegt – mit dem Display nach unten. Das Gerät nutzt dann den Accelerometer des iPhones, um kleinste Bewegungen zu messen. Ein Testmodus erlaubt es, die perfekte Stelle zu finden, an der das Gerät platziert werden kann. In diesem Modus piepst das iPhone immer dann, wenn sich der Benutzer im Bett bewegt. Stimmt der Aufbewahrungsort, wird der Test beendet und Sleep Cycle kann seine nunmehr stille Arbeit aufnehmen. Das iPhone soll jetzt nicht ausgeschaltet werden, die App nutzt einen eigenen Energiesparmodus. Gut ist, wenn das iPhone nachts am Stromkabel hängt. Ansonsten lutscht Sleep Cycle gut 30 bis 40 Prozent Akkuleistung aus dem Gerät – in einer Nacht.
Klar ist das Prinzip: Je mehr sich der Anwender dreht und bewegt, umso weiter entfernt er sich aus seiner Tiefschlafphase. Richtig gut finde ich das automatisch erstellte grafische Schlafprotokoll. Das zeigt in Form einer Liniengrafik auf, wie sich Tiefschlaf- und Träumphasen (mit erhöhter Bewegung im Bett) abwechseln. Da sieht man auf einen Blick, dass manche Leute echte Schlafprobleme haben. Diese Schlafprotokolle werden aufbewahrt. Gleichzeitig rechnet Sleep Cycle die Schlafzeit in Stunden und Minuten aus. Der errechnete Durchschnittswert zeigt außerdem auf, wie viele Stunden man im Schnitt pro Nacht schläft – das ist ein oft erschreckend niedriger Wert.
Probleme wird es bei Sleep Cycle sicherlich geben, wenn zwei Menschen in einem Bett schlafen. Dann dürften die Bewegungen beider Partner das iPhone ganz schön durcheinander bringen. Ein Grund mehr, auf getrennten Matratzen oder Betten zu bestehen. (Carsten Scheibe)
Sleep Cycle alarm clock 2.0: Gut schlafen
Entwickler: LexWare Labs AB
Größe: 4,6 MB
Preis: 0,79 Euro
Sprache: Englisch
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