Kategorien: Alle anzeigen, iPhone: Spiele | Datum: 27.02.2010
Plants vs Zombies 1.0: Horror im Vorgarten
Aus welchem Grund auch immer: Die Zombies stehen am Gartenzaun und möchten auf einen Kaffee vorbeischauen. Den möchten sie aber gern aus der Hirnschale des Gastgebers schlürfen. Wer das vermeiden möchte, muss wehrhafte Pflanzen in den Garten setzen – und hoffen, dass die Zombies nie die Haustür erreichen.

Plants vs Zombies (der deutsche Name “Pflanzen gegen Zombies” setzt sich einfach nicht durch) ist das neueste iPhone-Spiel von PopCap Games aus Irland – und das erfolgreichste noch dazu. In den ersten neun Tagen nach der Veröffentlichung im AppStore hat es sich 350.000 Mal verkauft und der rührigen Firma damit über eine Million Dollar in die Kassen gespült. Da sage noch mal einer, dass man im AppStore kein Geld verdienen kann.
Das Tower-Defense-Spiel ist aber auch zu gut. Im Adventure-Modus stehen 50 knallharte Grusel-Levels bereit, die der Spieler nacheinander meistern kann, wenn er nicht vorher von den Zombies zerfetzt wird. Jeder Level beginnt gleich: Das Spielfeld zeigt einen idyllisch-grünen Vorgarten mitten aus der Kleinstadt. Doch am Gartenzaun drängen sich grollend schon ein paar echt miesgelaunte Zombies. Sie haben Hunger auf frisches Hirn und tapern schon bald über den kurzgeschnittenen Rasen auf die Eingangstür zu. Erreichen sie das Haus, ist alles vorbei: Dann verwandelt sich der Spieler in digitales Fastfood.
Besser ist es also, die angreifenden Widergänger aufzuhalten. Dies gelingt ausnahmsweise einmal nicht durch stupide Waffengewalt. Hier verwandelt sich das Tower-Defense- stattdessen in ein Flower-Defense-Spiel. Der Anwender kann nämlich wehrhafte Botanik in seinen Garten setzen. Da gibt es Erbsen, die wild um sich schießen. Kirschen, die explodieren. Kartoffeln, die sich selbst opfern und die Zombies aufhalten. Explodierende Früchtchen, Katapult-Botanik: In jedem Level kommt eine weitere Pflanze hinzu, sodass der Spieler schon bald über ein wehrsames Arsenal an guten Vegetarier-Waffen verfügt. Einmal gepflanzt, kann man die Botanik ganz sich selbst überlassen. Sie feuert so lange auf die heranrückenden Zombies, bis diese in stinkende Einzelteile zerfallen.


Zwei Haken gibt es beim Spielen. Haken Nummer 1: Der Spieler benötigt Sonnenenergie, um neue Pflanzen aussetzen zu können. Zwar fallen ab und zu helle Sonnen-Icons vom Himmel herunter, die sich per Fingerzeug aufsammeln lassen. Besser ist es aber, ein paar Sonnenblumen zu pflanzen. Die können sich zwar nicht aktiv gegen die Zombies wehren. Dafür produzieren sie aber viel Sonnenkraft und erlauben es so, neue Pflanzen schneller als üblich verwenden zu können. Haken Nummer 2: Wer einen bestimmten Pflanzentyp verwendet hat, muss danach eine gewisse Karenzzeit abwarten, bis sich ein weiterer Vertreter dieser Art abrufen lässt. Diese Geduld aufzubringen ist alles andere als einfach, wenn die Zombies bereits stöhnend vor der Veranda stehen. Vor allem, weil es zum Ende eines jeden Levels hin immer noch einmal eine geballte Angriffswelle gibt, die sich nur dann überleben lässt, wenn der grüne Verteidigungswall steht.
Nicht nur der Fun-Faktor, sondern auch der Schwierigkeitsgrad nimmt stetig zu. Von Level zu Level werden es mehr Zombies, die angreifen. Da es insgesamt 26 verschiedene Zombiesorten gibt, muss sich der Spieler auch damit auseinandersetzen. Da gibt es Zombies mit Schutzhelm, die nicht so leicht zu zerstören sind. Oder Hochspringer-Zombies, die über gesetzte Minen hinwegspringen können. In späteren Leveln mit Swimming-Pool im Garten gibt es auch Zombies, die schwimmen können.


Es dauert viele, viele Stunden, bis Plants vs Zombies durchgespielt ist. Angesichts der superben Grafik, der durchgeknallten Spielidee und der herrlichen Selbstironie sind 2,39 Euro für das Game ein Klacks. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Windows-Version ein Vielfaches kostet. Im iPhone-Spiel gibt es ein Lexikon der wehrhaften Pflanzen, ein Quickplay (steht erst nach dem Meistern der 50 Level bereit) und eine besondere Herausforderung mit dem Namen “Achievements”. Die Achievements sind besondere Auszeichnungen, die der Spieler erhält, wenn er es etwa zum ersten Mal schafft, zehn Zombies mit nur einer Kirschenbombe zu zerlegen oder einen ganzen Level zu überleben, ohne Erbsen einzusetzen.
Fazit: Auch wenn das Spiel einen echt makabren Hintergrund hat, es ist ganz harmlos und verursacht keine Alpträume. Es ist im Gegenteil eins der schönsten iPhone-Spiele überhaupt und noch dazu eins, das mit seinen packenden Leveln viel, viel Spaß verbreitet. Kurzum: Sensationell, das Teil. (Carsten Scheibe)
Plants vs Zombies 1.0
Entwickler: PopCap Games
Größe: 34,7 MB
Preis: 2,39 Euro
Sprache: Englisch
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